Etwas bewegt sich hinter den Vorhängen, aber ich wage mich nicht umzudrehen, vor Angst erstarrt

Wildes Leben

Etwas bewegt sich hinter den Vorhängen, aber ich wage mich nicht umzudrehen, vor Angst erstarrt. Dann flüstert eine sanfte, leise Stimme: „Beruhige dich…“.😮

Ich bin 65 Jahre alt. Ich lebe allein. Und ich genieße diese gewählte Einsamkeit, in der die Zeit sich nach meinem Rhythmus dehnt. Keine herumliegenden Spielsachen, kein Lärm, der die Ruhe zerreißt, keine schweren Verpflichtungen.

Die Stille ist mein Verbündeter, Ordnung mein Zufluchtsort, Freiheit mein einziger Horizont. Ich hatte nie Kinder. Nie hat mich dieser Wunsch bewegt. Ich bereue nichts. Wirklich nichts.

Heute Morgen sitze ich wieder auf meinem alten, abgenutzten Sofa, eine Tasse heißen Kaffee in meinen zitternden Händen.

Die vor feuerroten Vorhängen tanzen sanft im Morgenlicht, vom Wind gestreichelt, den ich nicht spüre.

Alles scheint friedlich. Vielleicht zu friedlich. Doch plötzlich flüstert wieder eine sanfte, leise Stimme: „Beruhige dich…“.😮

Ein zarter Hauch, kaum hörbar, wie ein Geheimnis, das vom Unsichtbaren geflüstert wird.😮

Ich ging zu den Vorhängen und zog sie zurück, doch was ich sah, erschütterte mich.

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Etwas bewegt sich hinter den Vorhängen, aber ich wage mich nicht umzudrehen, vor Angst erstarrt

 

Seit drei Nächten verfolgt mich dieselbe Szene in meinen Träumen: Ein Kinderzimmer, sanft, aber kalt, in dem eine klagende, zerreißende Stimme mich ruft — „Mama…“.

Ein Wehklagen, das mein Herz in Sturm versetzt, das wild in meiner Brust schlägt, als käme dieser Ruf aus einer anderen Zeit, aus einer verlorenen Welt.

Aber das kann nicht sein. Ich bin niemandes Mutter. Ich war es nie.

Doch dieser Zweifel nagt an mir. Mein Blick fällt zufällig auf ein vergessenes Heft, das dort neben mir auf dem Sofa liegt.

Ein seltsamer Gegenstand, mit abgenutztem schwarzem Leder bezogen, vom Alter gezeichnet, den ich nicht kenne. Meine Hände zittern, als ich ihn an mich nehme. Ein Moment des Zögerns.

Ich öffne ihn.

Etwas bewegt sich hinter den Vorhängen, aber ich wage mich nicht umzudrehen, vor Angst erstarrt

Darinnen ein verblasstes Foto: Eine Frau — das bin ich, jünger, sanft und verträumt — die ein zerbrechliches Baby im Arm hält. Unten steht eine verblasste Inschrift: 17. August 1981.

Mein Atem stockt, als wäre ich in einen Abgrund vergessener Erinnerungen gefallen.

Dieses Datum klingt tief in mir nach, drückt schwer auf meine Brust, ein Gewicht, das ich nicht verstehe. Ich suche, doch mein Geist weigert sich, dieses Geheimnis preiszugeben.

Plötzlich ein Rascheln. Eine Präsenz. Etwas bewegt sich hinter den Vorhängen. Ein flüchtiger Schatten.

Ich bleibe regungslos, unfähig mich umzudrehen, gefangen zwischen Angst und Faszination, am Rande eines Geheimnisses, dem ich noch nicht gewachsen bin.

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